Wie der Soldat das Grammofon repariertvon Saša Stanišić

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Aleksandar ist im bosnischen Višegrad aufgewachsen und hat von seinem Opa das Erzählen von kleinen, großen, komischen und traurigen Geschichten gelernt, das Erzählen seiner Geschichte. Als Jugoslawien um ihn herum zerfällt und der Bürgerkrieg aufkeimt, fliehen seine Eltern mit dem 14-Jährigen nach Deutschland. Doch seine Kindheit lebt fort in den unzähligen Geschichten über Landschaften, Menschen und Dinge, die in seiner Erinnerung bleiben. Durch seine Phantasie des Erzählens holt er das Verlorene zurück: die Kindheit in der Großfamilie, die zurückgelassenen Freunde, die Kriegsereignisse, Drina, die schöne Asija. Die geografische Verschiebung vom heimatlichen Fluss Drina zur fremden Essener Autobahn hinterlässt ihre Spuren. Aleksandar lässt sich das Haar wachsen, träumt auf Deutsch, wird zum Fußballfan von Schalke 04, doch seine Heimat findet er allein im Geschichtenerzählen, das ihm Halt in einer ansonsten haltlosen Welt gibt.



Pressestimmen:

Sebastian Reiß als lausbübischer Fähigkeitenzauberer Aleksandar ist eine Klasse für sich. Wie eine Großfamilie bettet ihn das spielfreudige Ensemble (Sophie Hottinger, Gerti Pall, Steffi Krautz, Martina Stilp, Thomas Frank, Erik Göller, Dominik Maringer, Franz Solar und Jan Thümer) zwischen eigenwillige, starke Persönlichkeiten.
Michaela Reichart, Kronenzeitung, 9.5.2008

Umjubelte Uraufführung. Sensationell dramatisierte Geschichtsaufarbeitung. […] Wie ein Gewitter rollt der Applaus an. Immer tosender. Das hat die Probebühne im Grazer Schauspielhaus selten erlebt. Ein knappes Jahrhundert wird schlicht und raffiniert an einer großfamiliären Tafel ins Gedächtnis gebrannt. […] Eine bosnisch-serbische Familiengeschichte mit Erik Göller als Geschichten erzählendem Großvater und einer von Gerti Pall berührend gezeichneten Großmutter, einem verschrobenen Künstler Franz Solar und der realitätsnahen Gattin Martina Stilp in zweiter Generation sowie dem von Sebastian Reiß in allen Fassetten ausgereizten Kriegskind Aleksandar setzt Eder, die auch die Bühne gestaltet, ergreifend in Szene. Steffi Krautz, Jan Thümer, Sophie Hottinger, Thomas Frank und Dominik Maringer brillieren in der poetischen Geschichtsaufarbeitung.
Elisabeth Willgruber-Spitz, Kleine Zeitung, 9.5.2008


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